Wetterveränderung in Sicht!?

Posted by Guido Kaufmann on 17/11/2010 under Architektur, CIO-Themen, Technologien | Comments are off for this article

Cloud Computing

Cloud Computing verändert die IT nachhaltig

Wolken kündigen oftmals Wetterveränderungen an. Auch das Cloud-Computing scheint die IT, oder zumindest Teile davon, radikaler zu verändern, als es auf den ersten Blick den Anschein macht. Betrachtet man das Ganze nicht nur technologisch, sondern aus einer Business-Sicht, erkennt man einen grossen Paradigmawechsel, der da auf die IT zukommt. So lautete zumindest auch der Tenor an einem IT-Expertentreffen der Swisscom von dieser Woche. Zwei Elemente sind mir dabei besonders geblieben: Cloud Services treiben in der IT die Standardisierung weiter voran, da sich nun zig andere Kunden ebenfalls aus der (grossen) Cloud bedienen. IT-Services als Commodity – insbesondere im Bereich der Basisservices – war in diesem Blog ja schon mehrmals ein Thema. Der zweite Aspekt: Mit dieser Standardisierung geht auch die Industrialisierung in der IT weiter voran. Die Produktion der IT-Services erfolgt – in Analogie zur Automobilindustrie – entsprechend  immer stärker automatisiert. Der Leistungsbezüger bezieht, oder hat zu beziehen, was in der Fabrik oder auf dem Fliessband für eine grosse Menge von Kunden produziert wird. Selbstverständlich gibt es wie beim Auto Ausprägungen aus denen ausgewählt werden kann, aber diese basieren auf endlich vielen, standardisierten und industriell produzierten Komponenten. Die IT wird vom Käufermarkt – wo der Käufer sich sein Produkt nach seinen Plänen anfertigen lässt – zu einem Verkäufermarkt, wo der Produzent die verfügbaren Varianten definiert. Auch wenn der Link zu Nicholas Carr (“IT doesn’t matter”) damit rasch wieder hergestellt werden könnte, bin ich weiterhin fest überzeugt, dass “IT matters”. Einfach nicht auf den Basisservices der IT, wie beispielsweise Desktopservices, Rechenzentrumsleistungen, etc. Wobei der IT-Stack hier nach oben noch einiges mehr an Potential bietet.

SW-Entwicklung ist nicht nur Kür …

Posted by Guido Kaufmann on 01/11/2010 under CIO-Themen | Comments are off for this article

Das magische Dreieck Zeit, Kosten, Qualität

Fast zehn Jahre sind es her seit dem agilen Manifest (http://agilemanifesto.org), der Formulierung von zwölf Prinzipien für eine bessere (=erfolgreichere?) Softwareentwicklung. Verschiedene Methoden der agilen Softwareentwicklung sind zwischenzeitlich formalisiert und auch verschiedene Success-Stories formuliert worden. Man könnte meinen, dass sich so nun eine valable Alternative zum Wasserfallansatz etabliert hat. Trotzdem schwebt bei Informatikprojekten immer wieder ein Misstrauen mit, wenn aus der IT-Abteilung der Vorschlag kommt, das Projekt mit Scrum oder einer ähnlichen Methode abzuwickeln. Die Informatiker propagieren diesen Ansatz ja nur, weil sie sich dadurch nicht detaillierter mit der Planung auseinandersetzen müssen und sich betreffend dem Scope im berühmten magischen Dreieck Zeit, Kosten und Qualität nicht verbindlich festlegen wollen, habe ich kürzlich selber von Auftraggeberseite hören müssen.

Ganz unberechtigt sind solche Stimmen leider nicht, weil viele Programmierer halt immer noch lieber eleganten Code schreiben, als Aufwand in die Ressourcen- und Zeitplanung zu stecken oder regelmässig den Fortschritt zu dokumentieren. Diese Problematik hat jedoch nichts mit der Methodik zu tun: Die agile Softwareentwicklung setzt ebenso viel Planung voraus, wie ein Vorgehen nach dem klassischen Wasserfallmodell, einfach in anderer Form. Aus CIO-Sicht ist für mich jedoch klar, dass agile Methoden aus verschiedenen Gründen in vielen Projekten grosse Vorteile mitbringen, insbesondere auch für den Auftraggeber – und schliesslich ist die Informatik ja nicht Selbstzweck. Wenn in einem Unternehmen der agilen Methoden also zum Durchbruch verholfen werden soll, muss es den Informatikern gelingen, nebst der codemässigen Kür auch das planerische Pflichtprogramm ebenso gut auf die Reihe zu kriegen. Sonst wird der Auftraggeber weiterhin auf dem ‘Vertrauten’ beharren und sich bei Projektende freuen oder ein weiteres Mal die Augen reiben, weil das magische Dreieck zum Bermudadreieck geworden ist.

Die richtige Organisationsform?

Posted by Guido Kaufmann on 14/10/2010 under CIO-Themen | Comments are off for this article

Typisches Organisationsmodell (c) Steria Mummert Consulting

Im Kontext von Business-IT Alignment und IT Governance wird viel über die „richtige Organisation“ debattiert. Am IT-Transparenzgipfel sowie am  CIO-Forum ist mir aufgefallen, dass sich das Demand-Supply-Konstrukt mit Plan-Build-Run fast zu einem Best Practice, um nicht zu schreiben Standard einer modernen, als Shared Service Centre agierenden IT entwickelt hat. Dem IT-Demand, als Schnittstelle zwischen Business und IT-Dienstleister kommt dabei die zentrale Schnittstellenfunktion zu.

Während der IT-Supply sich mit Prozessmodellen (ITIL, COBIT) laufend optimiert, wird der IT-Demand zumeist in seiner methodischen Unterstützung vernachlässigt, d.h. nicht mit den entsprechenden Prozessmodellen und Werkzeugen ausgerüstet. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, wenn dieser hilflos agiert oder gar sich (wieder) Richtung Serviceprovider statt Auftraggeber bewegt.

Das Val IT-Framework könnte den IT-Demand in seiner wichtigen Funktion methodisch unterstützen. Die Abgrenzung zu ITIL/COBIT ist dabei klar: Letztere helfen, dass „die IT ihren Job richtig macht“, während Val IT die Prozesse vorgibt, damit in der Unternehmung „das Richtige gemacht wird“. Wo dann die Businessanforderungen formell erfasst und ausformuliert werden, ob von einem Business-Vertreter oder bei entsprechenden kompetenten Requirements Engineer der IT, ist meines Erachtens eher sekundär (siehe Grafik).

Haben Sie noch einen CEO?

Posted by Guido Kaufmann on 05/10/2010 under CIO-Themen | Comments are off for this article

Does IT matter

Buch von Nicholas Carr

“Haben Sie in Ihrem Unternehmen noch einen CEO?” Diese zunächst provokativ erscheinende Frage stellte heute David Thornewill, einer der fünf CIOs der Deutschen Post AG am IT Transparenzgipfel in Köln. Natürlich meinte er nicht den Chief Executive Officer, sondern den sogenannten Chief Electricity Officer.
Es gibt sie also doch noch, die Jünger von Nicholas Carr, habe ich mir dabei gedacht. Nicholas Carr, der 2003 die provokative und vielzitierte These “IT doesn’t matter” aufgestellt hat. Carr platzierte damals das Bild der IT aus der Steckdose, d.h. dass IT nur noch “Commodity” ist.
Ich durfte mein Referat zufälig (?) gleich in Anschluss daran halten und hatte es unter den Titel “Business-Enabler IT: Innovation, Agilität und Kostendruck” gestellt, also die direkte Gegenthese.
Die beiden zitierten Herren mögen recht haben, dass es den CDO (Chief Desktop Officer) oder den CMO (Chief Mail Officer) nicht mehr braucht. Aber es gibt wahrscheinlich noch viele Branchen, inkl. der Post, die sich wie die Reisebranche aus meinem Referat in einem grossen strukturellen Wandel befindet. Die IT ist dabei ein sogar immer wichtiger werdender Business Enabler, ja sogar fast schon ein Treiber für die Transformation eines sich verändernden Geschäftsmodells. Und da braucht es den prozessorientiert denkenden CIO bestimmt ebenso so sehr, wie den visionären und steuernden CEO – wobei das ‘E’ hier für Executive steht – um Missverständnissen zu vermeiden …

Gratulation Vacando!

Posted by Guido Kaufmann on under Technologien | Comments are off for this article

www.vacando.ch

Die Website von VACANDO Ferienhäuser und Ferienwohnungen

Jedes Jahr kürt das Magazin Anthrazit gemäss seinem Slogan ‘macht das vernetzte Leben einfacher’ die besten Webshops der Schweiz. In der Kategorie ‘Ferien/Reisen’ ist diesen Monat Vacando Ferienhäuser ausgezeichnet worden. Es freut mich speziell, da dies ein Startup meines letzten Arbeitgebers ist, für den wir vor vier Jahren bei der Konzeption und dem Bau des Portals neue, innovative Ansätze der Web-Usability ausprobieren und einsetzen durften. Ansätze, die zwischenzeitlich auf vielen Portalen, nicht nur im Reiseumfeld, Einzug gefunden haben und die ‘Benutzer Experience’ massiv erhöhen. Im Magazin schreibt Jurymitglied Pascal Sieber zur Qualität der geprüften Webshops : “Und die Suche, na ja, die funktioniert meistens nicht befriedigend. […] der Verkaufserfolg ist nachweislich auch von guten, automatischen Empfehlungen und treffsicherem Suchen abhängig”. Wer kennt es nicht, lange Wartezeiten und dann ‘sorry – no results found’! Das gibt es bei Vacando mit dem Einsatz der geführten Navigation (engl. guided navigation) nicht. Zur Nachahmung empfohlen.

Königsdisziplin Architektur!

Posted by Guido Kaufmann on 29/09/2010 under Architektur, CIO-Themen | Comments are off for this article


Architekturaufnahme

Es beginnt mit der Bestandsaufnahme und ist nie zu spät dafür! Oder würden Sie an einem solchen Konstrukt ohne Pläne und Bereinigungen über mehrere Jahre weiterbauen wollen?

Das CIO-Magazin listet in seiner neusten Ausgabe die 7 Pflicht-Disziplinen für CIOs auf. Als langjähriger CIO kann ich diesen weitgehend zustimmen. Was mich aber am meisten erstaunt und erfreut, ist die Tatsache, dass das Thema Enterprise Architektur Management neu ganz prominent aufgeführt wird. Ist es doch die Disziplin innerhalb der IT, die immer wieder vernachlässigt wird oder als unnötiger ‘Overhead’ bei den Sparrunden unter die Räder kommt.

Dabei schafft gerade die explizit definierte und dokumentierte Architektur den Link zu allen andern Pflichtgebieten des CIOs: Sie ermöglicht – sofern das Thema Architektur nicht zu stark von der technologischen Schiene her aufgezogen wird – den Dialog mit den Geschäftseinheiten und damit das immer wieder geforderte IT-Business Alignment. Auf der anderen Seite ist es die notwendige Basis für nachhaltige Massnahmen von Kosteneinsparungen durch Harmonisierung und Konsolidierung. Last but not least auch der Ausgangspunkt für Innovation, da die IT nur basierend auf einer gut gepflegten Architektur auch wirklich die Rolle des Business Enablers einnehmen kann. Der CIO als Gestalter an der Schnittstelle zwischen Business und Technologie!

“Killerapplikation” gesucht …

Posted by Guido Kaufmann on 21/09/2010 under Uncategorized | 2 Comments to Read

iPad in Action Keine Angst, ich schreibe nicht Blogeinträge über irgendwelche packenden Computer Games, sondern meine mit dem Titel die “ultimative Applikation” fürs iPad.

Seit fast einem Monat bin auch ich stolzer Besitzer eines iPads, und ich muss gestehen, es macht schon Spass damit “herumzuspielen”. Doch wie bei vielen Spielzeugen nimmt die Faszination irgendwann auch etwas ab. Der Grund ist für mich eigentlich naheliegend: Ich habe die “Killerapplikation” für das iPad ganz einfach noch nicht gefunden. Ich schätze es schon, kurz etwas im Web nachzuschlagen oder vor dem Schlafengehen noch schnell die Mails zu checken, ohne den Laptop rauf und runter zu fahren. Aber das war’s dann. Beim Joggen schleppe ich das iPad nicht als Musikbox mit, für das Telefonieren benutze ich den Blackberry und auf dem Nachttisch liegen statt virtuellen Büchern immer noch die klassischen Tagebücher aus reellen Buchhandlung. Letzteres vielleicht nur weil ich zu später Abendstunde im Bett Diskussionen über Strahlungen vermeiden will, oder das Papierbuch einfach weniger schmerzt, wenn es auf die Nase fällt, weil ich beim Lesen einschlafe.

Und im Geschäft, haben Sie dort die innovative Anwendung für das iPad schon gefunden?

Noch ein weiterer IT-Blog

Posted by Guido Kaufmann on under Uncategorized | Comments are off for this article

Vielleicht fragen Sie sich, wieso ich nun auch noch einen IT-Blog ins Netz stelle. Jede neue Technologie wird doch schon auf zig andern Blogs zur Genüge kommentiert und diskutiert. In meinem Blog werden Sie nichts über neue Chipgenerationen, hoch verfügbare Storagetechnologien oder energieeffiziente Rechenzentren finden. Ich möchte viel mehr Themen aufgreifen, wo ich die IT aus einer Nutzersicht betrachte, d.h. wo der Konsument und das Geschäft im Zentrum stehen. Die URL ‘http://it-biz.ch’ soll es verdeutlichen, es geht um die Schnittstelle zwischen der IT und dem Business.

In meinen bisherigen CIO-Tätigkeiten habe ich immer versucht, Kollegen auf Geschäftsleitungsstufe, Mitarbeitenden oder Studenten in Masterstudiengängen aufzuzeigen, dass die IT für ein Geschäft mehr als ein Infrastrukturelement sein kann, sondern oftmals ein Business-Enabler ist oder sein müsste. Dies setzt voraus, dass die IT sich auch richtig aufstellt und als Partner agiert. Entsprechend beabsichtige ich hier Themen aufzugreifen aus den Bereichen IT-Governance, Technologie- und Innovationsmanagement, IT-Business Alignment, Requirements-Engineering, etc. Aber lassen Sie sich doch überraschen.